Der Aufbau eines Qualitätsmanagement-Systems
Der Aufbau eines Qualitätsmanagement-Systems (QMS) beginnt
in der Regel mit der Beschreibung und Bewertung des Ist-Zustandes:
Was tun MitarbeiterInnen, Leitung und Träger und wie wird
es getan? Wie sind die Aufgaben und Verantwortlichkeiten verteilt?
Wie wird der normale Alltag gestaltet? Wie wird die eigene Arbeit
eingeschätzt und bewertet?
Die Analyse der vorhandenen Angebote, Tätigkeiten und Qualitätsstandards
wird in Beziehung gesetzt zu dem eigenen Selbstverständnis
und den Zielsetzungen der Einrichtung. Sie gibt Aufschluss darüber,
welche Maßnahmen und Aktivitäten ergriffen werden müssen,
damit die selbst gesetzten Ziele und ‘Versprechen’
(z. B. im Konzept der Tageseinrichtungen für Kinder) erreicht
werden können. Je ‘dichter’ dies an den tatsächlich
vorhandenen Abläufen im Alltagsleben geschieht, desto größer
ist der Nutzen für die MitarbeiterInnen und die gesamte
Organisation.
Gerade bei komplexen Abläufen ist die Herstellung von Transparenz
und eindeutigen Zuständigkeiten sowie die verbindliche
Dokumentation der Tätigkeiten unverzichtbar. MitarbeiterInnen,
LeiterInnen und auch Trägervertreter müssen sich selbstkritisch
fragen, ob denn z. B. die pädagogischen Konzepte noch den
Bedürfnissen der Familien entsprechen, den fachlichen Standards
genügen und im Alltag auch wirksam und konsequent umgesetzt
werden; oder ob die interne Kommunikation zwischen den KollegInnen
und die Planung von Aktivitäten so organisiert ist, dass
alle an einem Strang ziehen und die Tageseinrichtungen für
Kinder nach außen ein einheitliches und vertrauensvolles Bild
abgibt.
Qualitätsmanagement bedeutet nicht das Aufstellen fremdbestimmter
Regeln, sondern das eigenverantwortliche und vertrauensvolle
Herstellen von Verbindlichkeit aller Beteiligten, zum Nutzen
der Familien – eben zur ‘Kundenzufriedenheit’.
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Das Qualitäts-Handbuch
Das Qualitäts-Handbuch (QH) ist das zentrale Dokument im
Rahmen des Qualitätsmanagements. Es stellt in komprimierter
Form das Qualitätsmanagement-System einer Einrichtung oder
eines Verbandes dar. Inhaltlich gehört zu dieser Darstellung
die ausformulierte Qualitätspolitik einer Einrichtung oder
eines Verbandes ebenso wie die Sammlung aller beschriebenen
Prozesse. Der genaue Umfang und Detaillierungsgrad des Qualitäts-Handbuchs
hängt ebenso wie seine konkrete Gestaltung letztlich ganz
wesentlich von den spezifischen Interessen und Bedürfnissen
der Einrichtung oder des Verbandes ab, der das Qualitätsmanagement-System
erarbeitet.
Die letzten Ausführungen deuten bereits an, welche spezifischen
Ziele sich mit der Erarbeitung eines Qualitäts-Handbuchs
verbinden. So ist hier beispielsweise das Ziel ‘Verbindlichkeit’
zu nennen, das seinerseits auch einen wesentlichen Baustein
auf dem Weg zur Sicherung oder Erhöhung von ‘Kundenvertrauen’
darstellt. In sehr engem Zusammenhang mit den beiden genannten
Zielen ist des Weiteren die ‘Transparenz’ zu nennen;
Transparenz nach innen ebenso wie Transparenz nach außen. Die
Aufbau- wie vor allem die Ablauforganisation haben in Folge
des Handbuchs nicht mehr den Charakter einer ‘Black Box’
-, einer schwarzen Kiste. Jederzeit lässt sich überprüfen,
ob die Praxis noch den vereinbarten (organisatorischen) Regeln
entspricht oder nicht: Das Qualitäts-Handbuch dient damit
als ständige Referenz bei der Verwirklichung und Aufrechterhaltung
organisatorischer Regelungen. Auf Seiten der MitarbeiterInnen
dürften vor diesem Hintergrund die Ziele ‘Sicherheit’
und auch ‘einfache Einarbeitung von (neuen) MitarbeiterInnen’
besondere Bedeutung erlangen. Trägt man sich in einem Verband
oder einer Einrichtung schließlich mit dem Gedanken, sich zertifizieren
zu lassen, muss das Vorliegen des Qualitätsmanagement-Handbuchs
als Voraussetzung für eine solche ‘Zertifizierung’
angesehen werden.
Angesichts solcher Ziele ist es ein ‘Muss für jedes
Qualitäts-Handbuch’, klar und überschaubar aufgebaut
sowie stets aktuell zu sein. Im Idealfall sieht ein Qualitäts-Handbuch
bereits nach wenigen Wochen stark benutzt und abgegriffen aus.
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