| Entwicklung und Umsetzung konzeptioneller Grundlagen
Autorin:
Monika Brunsberg
Kontakt:
Kaltenbachweg 6
42349 Wuppertal
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Fax: 0202 28 12 66 3
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© 2007 by M. Brunsberg, Wuppertal.
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Einführung
Da Kinder unter Drei immer stärker Einzug in unsere Einrichtungen halten, verändert sich der päd. Auftrag für Tageseinrichtungen für Kinder. Dies hat zur Folge, dass die Umsetzung des Bildungsauftrages, der Bildungsvereinbarung, etc. entsprechend erweitert oder ergänzt werden muss.
Die Entwicklungsbeobachtung gerade bei Kindern im Alter von 0 bis zu drei Jahren ist eine wichtige Voraussetzung, um Kinder individuell zu begleiten und zu fördern. Nicht erst seit Prof. Gerd. Schäfer wissen wir, dass die Bildung bei der Geburt beginnt. Deshalb muss der Auftrag für die Pädagogen in der Praxis heute heißen, die Vorgehensweise aus der bestehenden Bildungsvereinbarung auf diese Zielgruppe auszuweiten.
Die im August 2003 eingeführte Bildungsvereinbarung in NRW wird in den Einrichtungen umgesetzt. Der Fokus liegt dabei auf den Kindern im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung. D. h., diese Kinder werden in ihren Bildungsprozess beobachtet, begleitet und gefördert. Dabei wird eine individuelle Dokumentation jedes Kindes angefertigt.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen deutlich auf, dass die ersten Lebensjahre eines Kin-des die Basis für die Entwicklung und Bildung eines Menschen sind. Um genau diese Ent-wicklungszeit der Kinder nachvollziehen zu können, sollte dokumentiert werden, was wie beobachtet wurde, welche Interessen und Neigungen ein Kind hat. Denn nur so können wir in der päd. Arbeit an den Selbstbildungspotenzialen des Kindes ansetzen und diese für die weitere Förderung des Kindes nutzen.
Die Herausforderung für sie als Pädagogen besteht darin, die individuellen Bildungsprozes-sen der Kinder unter Drei wahrzunehmen und sie in ihre pädagogische Arbeit intensiver ein-fließen zulassen. So würden die Entwicklung eines Kindes chronologisch nachvollziehbar dokumentiert werden könnte. Diese würde eine professionelle Grundlage bieten, für die Pla-nung und Durchführung von Elterngesprächen, Fallbesprechungen im Team und somit in die Bildungsarbeit für jedes Kind individuell zielorientiert in den Alltag integrieren.
Das bedeutet für die Einrichtung vor Ort:
Die Pädagogen müssen sich orientiert an dem Einrichtungsprofil und den Schwerpunkt, fol-gende Fragen stellen:
- Werden wir Kinder unter Drei in die Regelgruppen aufnehmen?
- Werden wir Umwandlungen von Gruppen vornehmen und so einen ganz neue päd. Schwerpunkt in unserer Einrichtungen erhalten?
- Welche Voraussetzungen und Rahmenstrukturen müssen wir berücksichtigen?
- Wie viel Zeit haben wir für die Planung und Umsetzung der Vorgaben?
- Wie sollte eine Eingewöhnungsphase für Kinder unter Drei aussehen?
- Wie intensiv und zeitnah muss der Austausch mit den Eltern stattfinden?
- Wie dokumentiert man die Entwicklungsschritte des Kindes, die sich gerade in den ersten Lebensjahren rasend vollziehen?
- Wie sollen die individuellen Entwicklungsschritte des Kindes in den päd. Alltag integriert werden?
- Muss sich das Raumkonzept / -angebot für diese Altersstruktur verändern, incl. der Nut-zungsmöglichkeiten (Rückzugsmöglichkeiten / Schlafraum - Wickelmöglichkeit / Räume mit Mehrzwecksnutzung, …)
- Muss sich das Materialangebot durch diese jüngern Kinder verändern?
- Wie kann die Integration der Kleinstkinder in die ges. Einrichtung stattfinden?
An diesen Fragen erkennt man, dass neue Strukturen und Standards geschaffen oder zumindest angepasst werden müssen.
Entsprechende Vorgaben, Standards, Prozesssicherheiten und Dokumentationsformen müssen dafür entwickelt werden, damit die Umsetzung in der Praxis gelingen kann. Inhalte und Qualitätskriterien in den Prozessen stellen so eine kontinuierliche Orientierung und Vorgehensweise für die Eltern aber vor allem auch für die Kinder sicher.
Das Anliegen dieser Anwendungs-CD
Ergänzend zu den bisher erschienen Veröffentlichungen zum Thema Kinder unter Drei möchte ich Ihnen eine Publikationen anbieten, die Ihnen konkrete Beispiel für ihrer päd. Arbeit wie z. B.: Einzelbausteinen zur Erweiterung ihre Bildungskonzeption, Prozessbeschreibungen, Formularen, Checklisten und Dokumenten gezielt für die Kinder unter Drei und ihre Integration zur Verfügung stellt.
Anmerkung:
Die alltäglichen päd. Maßnahmen und Prozesse wie Freispiele, Nutzung von Funktionsräumen, -bereichen, sowie die intensive Kooperation mit den Eltern und die Teamabläufe wurden hier nicht explizit aufgeführt, da sich diese Prozesse nicht wesentlich von den Bildungsprozessen der normalen Regelgruppen unterscheidet, zu welche es schon eine Anwendungs-CD BildungsQualität von mir gibt, auf der sie die o. g. Ablaufen und Standards finden und auf die ich an dieser Stelle verweisen möchte. Es empfiehlt sich deshalb, die BildungsQualitäts-CD`s parallel zu verwenden.
An der konkreten zielgerichteten Umsetzung in den Einrichtungen scheitert häufig die konstruktive Auseinandersetzung mit dem Team. Die Erfahrungen zeigen, dass es für die meisten Einrichtungen nicht möglich ist, ohne Beispiele und Muster die Vorgaben und Forderung speziell für die Kinder unter Drei zu entwickeln sowie anzuwenden. Meist erscheint dies Vorhaben in den Tageseinrichtungen zu aufwendig oder zu unübersichtlich.
Die Dokumentensammlung auf der nun Ihnen vorliegenden CD ermöglicht allen Einrichtungen, die Muster und Beispiele ohne großen Aufwand auf die eigene Praxis anzupassen und im PC zu hinterlegen. Es genügen dabei einfache Word-Kenntnisse. Wer schon einmal ein Dokument (Prozessbeschreibung, Fragebogen etc.) vom Punkt Null (vom leeren Blatt) an entwickelt hat, kann abschätzen, welche enormen Zeitressourcen durch diese Vorgaben eingespart werden können. Die CD setzt genau an diesen Stellen, in dem sie ganz konkrete Praxisbeispiele liefert. Auf der Grundlage einer fiktiven Tageseinrichtung finden sie für viele Bereiche der täglichen Arbeit eine Fülle von Hilfestellungen zur Umsetzung.
Mit dieser CD wurde eine Ideensammlung mit unterschiedlichsten Ansatzpunkten, sowie Schwerpunkten zusammengestellt, um Ihnen in der Praxis vielfältige Möglichkeiten und Varianten anzubieten. Auch bei dieser CD - wie schon bei "QualityPack - BildungsQualität" - wird Ihnen ein offenes System angeboten, damit Sie vor Ort die Dokumente und Inhalte individuell auf Ihre Tageseinrichtung mit Ihren Bedürfnisse und Situationen anpassen können.
Um diese Umsetzung in der Einrichtung realisieren zu können, ist eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Entwicklungsverhalten und den psychologischen Grundlagen für Mitarbeiter unbedingt erforderlich.
Nur so können sie eine gemeinschaftliche Begleitung und Entwicklungsförderung des Kindes individuell auf die Selbstbildungspotenziale, die Persönlichkeit und Stärken des Kindes sowie auf die zu berücksichtigend Familienstrukturen aufbauen. Um eine Bildungsdokumentation für jedes Kind anzulegen, müssen pädagogische Grundhaltungen, Qualitätskriterien und -standards sowie Voraussetzungen überprüft und ggf. neu festgelegt werden. Sich fokussiert auf die Bildungsziele, die pädagogische Vorgehensweise sowie die konkrete Umsetzung für die Kleinstkinder zu konzentrieren, bietet Ihnen intensiv die Möglichkeit Ihre hohe pädagogische Qualität in ihrem Haus weiterentwickeln und anpassen. Nutzen Sie die, darin für sie verborgene, Chance.
Viele Träger, Leitungskräfte und MitarbeiterInnen stellen sich diesen veränderten Rahmenbedingungen und arbeiten mit enormer Motivation an der Weiterentwicklung ihrer Einrichtungen.
Genau an diesem Punkt möchte ich eine umfassende und nachhaltige Hilfestellung anbieten. Mit dieser CD wird es Ihnen gelingen, Ihr Profil zu schärfen, Ihre pädagogische Konzeption und ihr trägereigenes Bildungskonzept bezogen auf die Kinder unter Drei darzulegen. Dabei ist mir wichtig, dass sie aus den vorliegenden Beispielen ihren Nutzen ziehen und gleichzeitig Ihr eigenes Profil entwickeln können.
Die Einrichtungsveränderungen bringen viele Unruhe und Unsicherheit mit sich, aber eben auch eine große neue Chance, Ihre wertvolle und so wichtige pädagogische Bildungsarbeit neu auszurichten und auf Ihre zusätzliche Zielgruppen abzustimmen. Genau an dieser Stelle setzt diese Anwendungs-CD an.
Inhalte der Anwendungs-CD
Sie finden hier eine Vielzahl von Praxisbeispielen, als Vorlage, an denen Sie sich orientieren können, wie z.B.:
Konzeptbestandteile:
- Ansatzpunkte aus der Entwicklung von Kinder in Kleinstkinderalter
- Aufbau einer Bindung - Beziehung
- Trotzphase
- Persönlichkeitsentwicklung
- Fragealter
- Ablösungsprozess von Eltern
- Raum und Material Voraussetzungen
- Kontaktaufnahme und Kontinuität der BezugserzieherIn
- Veränderungen im ErzieherInnen -Verhalten
- Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Eltern
- Vernetzung mit Kooperationspartnern
Prozessbeschreibungen und -abläufe:
- Kennlernhospitationen
- Spielgruppenachmittage
- Vorbereitung Aufnahmetag
- Aufnahmetag
- Eingewöhnungsphase
- Erstgespräch mit Eltern
Formulare:
- Beobachtungsmöglichkeiten in der Eingewöhnung
- Beobachtung der Interessen, Stärken, Vorlieben und Neigungen
- Fixierung der schon gesammelten Erfahrungen / Kenntnisse
- Szenenblatt
- Fotodokumentation
- Informationen zu Bildern des Kindes
- Übersichtlisten über Wach- ,Ruhe- und Aktionsphasen
- Kernaussagen aus Fallbeispielbesprechungen
- Übersicht eines Tagesverlaufs
- Maßnahmen Planung
- Absprachen - Protokolle von Elterngesprächen
Dokumente:
- Einverständniserklärung
- Informationen der Eltern zur Startphase
- Übersicht über gemachte Beobachtungen (Häufigkeiten / Art / Personen)
- Starterbox
- Info an die Eltern unter in der Kita
- Zusage
- Schweigepflichts- und Kooperationsvereinbarung
Damit sie sich in der Vielzahl der Dokumente, die Ihnen auf der Anwendungs-CD zur Verfügung stehen zurechtfinden, habe ich diese für Sie in Ordner und Unterorder gegliedert sowie Ihnen Übersichtlisten (Word und Excel - incl. Filterfunktion) angelegt.
Nutzen Sie für sich und für ihre Tageseinrichtung die aktuelle Offenheit und überdenken Sie Ihr pädagogisches Profil, incl. Ihrer Zielgruppen. Nur so können sie auch zukünftig der breiten Öffentlichkeiten aber vor allen Ihren Kunden (Kinder, Eltern und Kooperationspartnern) aufzeigen, welche wertvollen und wichtigen Beitrag Sie zur Bildung von Kindern - der Gesellschaft von morgen leisten
Ich wünsche Ihnen die bestmöglichen Erfolg bei der Umsetzung der CD Inhalte und bei der Weiterentwicklung und Anpassung Ihrer päd. Arbeit.
Ihre
Monika Brunsberg
Anlage: Verschaffen Sie sich einen Überblick
Verschaffen Sie sich einen Überblick
Bevor Sie mit der konkreten Suche nach einzelnen Inhalten der auf CD beginnen, ist es ratsam, sich einen Überblick zu verschaffen. Dafür können Sie die CD über das entsprechende Laufwerk öffnen; sinnvoller ist es allerdings, wenn Sie den kompletten Inhalt zuerst auf Ihre Festplatte speichern. Die Inhalte können dann wesentlich schneller aufgerufen werden und Sie haben bereits den gesamten Inhalt für eine spätere Bearbeitung an Ort und Stelle. Über die verschiedenen Explorer-Funktionen können Sie sich nun einen guten Überblick über den Aufbau verschaffen. Wählen Sie dazu im geöffneten Explorer die Ansicht ‚Details' und ziehen danach dass Feld Dateiname so weit nach rechts, dass Sie alle Dateinamen vollständig lesen können. Sollten Sie bereits jetzt einen Blick auf einzelne Dateien werfen wollen, so ist zu empfehlen, auf ihrem Computer die im Menü unter Extras / Optionen / Ansicht im Word-Programm angebotenen Funktionen zu aktivieren.
Spezifisches pädagogische Bildungskonzeptbausteine
Diese Anwendungs-CD dient - vereinfacht ausgedrückt - der Entwicklung und Umsetzung ihrer Bildungskonzeption für die Kinder unter Drei in die alltägliche Praxis ihrer Einrichtung. Wenn Sie sich mit der (Weiter-)Entwicklung ihrer Inhalte beschäftigen wollen, bietet Ihnen die CD wertvolle Hilfestellungen an. Vielfach scheitern die Bemühungen um eine eigene Bildungskonzeption nicht am guten Willen und der fachlichen Kompetenz der Leitungskräfte und MitarbeiterInnen, sondern an der konkreten Hürde der Verschriftlichung. Viele Teams tun sich sehr schwer - auch mit externer Beratung - wenn sie anfangen müssen, etwas zu verschriftlichen. Später ist es dann für viele Teams ebenfalls sehr schwierig, das gesamte Werk in eine anschauliche und formatierte Fassung zu bringen. Anhand von vorliegenden Beispiels können sie direkt in die inhaltliche Diskussion einsteigen: Wie ist das bei uns? Welche Ziele verfolgen wir? Welche Gliederung müssen wir uns suchen? Welche Aspekte fehlen uns?
Die Dokumente ist auf der Basis einer "unsichtbaren Tabelle" formatiert. Das hat den Vorteil, dass Änderungen, Ergänzungen und neue Abschnitte einfach hinein geschrieben werden können. Die ansprechende Gestaltung geht dabei nicht verloren. Die sonst schwierige, mühevolle und zeitaufwendige Arbeit mit einem langen Word-Dokument wird extrem erleichtert.
Die vorliegenden Inhalte ersetzt nicht die fachliche Auseinandersetzung innerhalb des Teams unter Einbeziehung des Trägers und der Eltern über die Ziele und Inhalte Ihrer Tageseinrichtung. Sie ist Hilfestellung zum Einstieg in den Prozess und hilft bei der Dokumentation. Für den Prozess der inhaltlichen (Weiter-) Entwicklung Ihrer Konzeption finden Sie viele hilfreiche Publikationen.
Sie finden einzelne Bausteine, die in eine pädagogische Bildungskonzeption einfließen können, Durch die gr. öffentliches Interesse sind diese Themen neu in den Fokus gelangt. Hierfür wurden einzelnen Textpassagen erstellt, welche Sie in Ihre schon vorhandene Konzeption nach inhaltlicher Diskussion und Abstimmung in Ihrer Einrichtung integrieren können.
Prozessbeschreibungen
Die pädagogischen Aussagen im Konzept für die Umsetzung müssen durch konkrete Absprachen und gemeinsam entwickelte Vorgaben auf die alltägliche Praxis übertragen werden. Mit den MitarbeiterInnen ist zu klären, wie die Erwartungen von außen (Eltern, Kinder, Gesetzgeber, Träger) mit den eigenen Zielen abgeglichen werden können. Daraus resultiert eine Vorstellung, wie die täglichen pädagogischen Abläufe in der Einrichtung gestaltet werden sollen. Zusätzlich gilt es festzulegen, welche Zuständigkeiten von den einzelnen MitarbeiterInnen übernommen werden. Im Qualitätsmanagement haben sich dazu die ‚Prozessbeschreibungen' bewährt. Gleichzeitig wird abgesprochen, wer welche Aufgaben übernimmt (Zuständigkeiten), was besprochen werden muss (Inhalte) und welche Unterlagen bzw. ausgefüllt ausgegeben werden müssen (Formulare usw.)
Die Prozessbeschreibungen sind alle gleich aufgebaut, damit sie übersichtlich sind und kurz und knapp formuliert werden können. Damit jeder weiß, wer die Prozessbeschreibung geschrieben hat, wird dies schriftlich festgehalten. Zusätzlich wird durch Unterschrift dokumentiert, dass diese Prozessbeschreibung gültig ist. (verwendete Abkürzungen finden Sie in der beigefügten Abkürzungsliste)
Die Prozessbeschreibungen sind genauso wie die Konzeption nur als Beispiele zu verstehen. Sie müssen noch auf die Praxis der jeweiligen Einrichtung angepasst werden. Weniger starre Regelungen führen zu mehr Freiräumen aber gleichzeitig auch zu mehr Verantwortung für die MitarbeiterInnen. Wägen Sie für Ihr Team ab, was für Ihre Einrichtung das richtige Maß ist.
Formulare
Formulare sind dazu da, für gewisse Abläufe alle notwendigen Daten zu sammeln. Sie werden entwickelt, um eine klare Form vorzugeben. Formulare sollten immer dazu dienen, Zeit zu sparen. Ein typisches Beispiel für ein Formular ist die Vorlage für eine Fotodokumentation oder die Vorlage zur Festhaltung einer wichtigen Spiel- oder Beschäftigungsszene. Auch bei den Formularen sollte notiert werden, wer sie entwickelt und wer sie genehmigt hat. Vorliegende Formulare können Sie verwenden, entsprechend Ihren Bedürfnisse verändern, natürlich können Sie auch weiterhin Ihre eigenen Formulare verwenden, integrieren oder auch entwickeln. Ausgefüllte Formulare werden von Ihnen in der Regel aufbewahrt. Sie werden hierfür bereits jetzt ein Aktensystem in Ihrem Büro haben. Die Gründe für die Aufbewahrung liegen klar auf der Hand: es geht darum, für gewisse Entwicklungen, Absprachen, Verläufe und Ereignisse dokumentierte Nachweise (Nachweisdokumente - welche auch teilweise Aufzeichnungen genannt werden) vorliegen zu haben.
Ein neuer Fokus, der sich hier ergibt, ist die Dokumentation der Entwicklung, welche zu jedem Kind in einer Mappe / Ordner angelegt wird. Hier geht es genau darum: Szenen, Stärken, Situationen und Bedürfnisse eines Kindes festzuhalten, um nachvollziehbar die Entwicklungsschritte und Veränderungsprozesse des Kindes zu dokumentieren. Formulare, die als Raster für die Aufzeichnungen und Kommentare der MitarbeiterInnen genutzt werden, erleichtern die Umsetzung in der täglichen Praxis.
Den Anfang leicht gemacht
Nach dem Lesen dieser ersten Seiten können Sie loslegen. Nehmen Sie sich einen Bereich heraus, den Sie als erstes genauer klären wollten. Gründe dafür können sein: unklare Absprachen, viele Missverständnisse, Fehler, negative oder kritische Rückmeldungen, die neuen Vorgaben von außen oder vielleicht möchten Sie einfach eine Aufgabe klar delegieren. Anschließend wählen Sie die dazu entsprechende Dokumente (Prozessbeschreibungen, Formulare, Dokumente) aus und passen Sie auf Ihre Situation an. So können Sie konkret erste Erfahrungen sammeln. Anschließend können Sie im Team über Inhalte und Form Ihres Vorschlags mit den MitarbeiterInnen ins Gespräch kommen. Für Ihre Diskussion im Teamgespräch ist es sicher hilfreich, wenn Sie einen Teilaspekt auswählen, an dem alle MitarbeiterInnen mitwirken und sich einbringen können. Später können auch MitarbeiterInnen Vorschläge für Neuregelungen erarbeiten. Im Großen und Ganzen sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie für die Koordinierung jemanden benennen (wie im Qualitätsmanagement der Qualitätsbeauftragter), bei dem alle Information, Teilaspekte und Arbeitsergebnisse zusammenlaufen. Natürlich sollten alle notwendigen Schritte mit dem Träger abgesprochen sein (z.B.: Bildungskonzept, interne Evaluation). Für den Anfang ist es leichter, die Struktur der CD unverändert in Ihrem Computer zu lassen. Sie können die Inhalte verändern, Neues hinzufügen, sollten aber die Namen der Dateien und Ordner nicht verändern. Wenn Sie die ersten Arbeitsergebnisse / Vorgaben (Prozessbeschreibungen, Formulare und Dokumente) erstellt und besprochen haben, können die entsprechenden Unterschriften für eine Freigabe erfolgen. Was dann unterschrieben ist, ist gültig und alle sollten dann lernen, damit zu arbeiten. Für die erste Zeit sollten Sie eine Kopie dieser gültigen Unterlagen in einem Ordner gesammelt aufbewahren, damit alle MitarbeiterInnen bei Bedarf hinein schauen oder sich die entsprechenden Formulare entnehmen können. Denken Sie daran: Starten Sie mit konkreten Inhalten und belasten Sie sich in der Startphase nicht mit irgendwelchen EDV-Problemen.
Schritt für Schritt
Wenn Sie die ersten Erfahrungen mit den Kindern unter Drei /oder der neuen Gruppenform gesammelt haben, sollten Sie sich für sich selber einen Rahmen für die nächsten Schritte (halbes Jahr) für die Umsetzung Ihres Ablaufstrukturen, Umsetzungsvorgaben, Bildungsinhalte und des -konzeptes sowie der Bildungsvereinbarung abstecken. Was sollen die nächsten Schritte sein? Möchten Sie externe Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen? Welchen zeitlichen Rahmen können Sie sich stecken? Brauchen Sie weitere Informationen? Diese Klärung ist ganz wichtig, damit alle an einem Strang ziehen und schützt vor Enttäuschungen, wenn es nicht so läuft, wie in der Euphorie des Anfangs erträumt. Diese Planungen können Sie im Halbjahres-Rhythmus weiter fortsetzen. Der folgende Fragenkatalog dient einer ersten Bestandsaufnahme.
| 1. | Was wird getan?
Wie lautet der (gesetzliche) Auftrag?
Was sind die neuen Kernaufgaben unserer Einrichtung (trägerspezifisches Bildungskonzept)?
Wie können oder sollen die Kinder unter Drei integriert werden?
Welche eigenen Ziele und Wertorientierungen liegen dem zu Grunde oder müssen überdacht bzw. angepasst werden?
Was soll wie dokumentiert werden; intern für die Tageseinrichtung und individuell für jedes Kind?
Welche Vorgaben wurden für die Elternpartnerschaft und die Zusammenarbeit mit der Grundschule entwickelt?
Was soll wann wie intern evaluiert werden? |
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| 2. | Wie wird es getan?
Wie werden die Entwicklungsprozesse wahrgenommen und dokumentiert?
Wie setzen wir Bildungsziele, -inhalte und Bedürfnisse der ‚Kunden' im täglichen Arbeitsablauf um und werden diese auch erfüllt?
Wie transparent und effizient sind die Prozesse organisiert?
Wie sind die einzelnen Bildungsprozesse aufeinander abgestimmt?
Wie werden die Bildungsvereinbarung und andere gesetzte Vorgaben umgesetzt?
Waren Ansätze wie z. B. der Nest-Charakter in der Gruppe oder die Nestgruppe selber eine gute Grundüberlegung?
Wurden die Eltern ausreichend mit in den Bildungs- und Entwicklungsprozess mit einbezogen?
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| 3. | Wer macht was?
Sind die Zuständigkeiten und Befugnisse eindeutig festgelegt?
Liege eine gute Fachkompetenz bei den Pädagogen zu Grunde?
Hat sich das Modell der BezugserzieherIn für uns bewährt?
Sind die Arbeitsbereiche der MitarbeiterInnen beschrieben?
Ist allen MitarbeiterInnen die Aufbauorganisation bekannt?
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| 4. | Womit wird es getan?
Welche Hilfsmittel sind erforderlich und vorhanden - reichen diese aus?
Müssen noch andere Ressourcen geschaffen - besorgt werden?
Gibt es einheitliche Musterformulare, Checklisten, etc.?
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| 5. | Was wird wie dokumentiert?
Ist es ausreichend was wir wie für die Kinder unter Drei dokumentiert haben?
Gibt es eine systematische Dokumentation der Bildungsumsetzung und eine Evaluation des Bildungskonzeptes, sowie der pädagogischen Arbeit und der Beobachtungsauf-zeichnungen?
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Abkürzungsverzeichnis
Bei tabellarischen Darstellungen (z.B. Prozessbeschreibungen) ließen sich Abkürzungen leider nicht immer vermeiden, da sonst die einzelnen Tabellen viel zu groß und unübersichtlich geworden wären.
Abkürzung / Begriff |
Beschreibung |
AGMA |
Mitarbeiterin einer Auffanggruppe |
AZ |
Aufzeichnung |
BB |
Beobachtungsbogen |
BD |
Bildungsdokumentation |
BeMA |
Mitarbeiterin in einem Bereich |
BK |
Bildungskonzept |
BV |
Bildungsvereinbarung |
D |
Verantwortung zur Durchführung |
DO |
Dokument |
E |
Eltern |
EA |
Elternabend |
ERZ |
Erziehungsberechtigte |
EK |
Ergänzungskraft |
ER |
Elternrat |
FD |
Frühdienst |
FK |
Fachkraft |
FO |
Formular |
GL |
Gruppenleitung |
GLP |
Gruppe der lenkenden Prozesse |
GPP |
Gruppe der pädagogischen Prozesse |
GR |
Gruppe |
GUP |
Gruppe der unterstützenden Prozesse |
H |
Hospitantin |
I |
(Pflicht-)Informationsempfänger |
JA |
Jugendamt |
JP |
Jahrespraktikantin |
KD |
Kind |
KVP |
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess |
L |
Leitung |
M |
Verantwortung zur Mitwirkung |
MA |
Pädagogische Mitarbeiterin |
ME |
Mentorin |
NA |
Nachweise |
NMA |
Neue Mitarbeiterin |
PA |
Zuständige Stelle für Personalverwaltung |
P |
Prozessbeschreibung |
R |
Mitarbeiterin Finanzen / Rendantur |
RdT |
Rat der Tageseinrichtung |
SgMA |
Mitarbeiterin der Stammgruppe |
SLT |
Stellvertretende Leiterin |
T |
Träger |
VRdT |
Vorsitzende des Rates der Tageseinrichtung |
ZM |
Zukünftige Mitarbeiterin |
|